
Ein internes Verhandlungspapier der Union zeigt die Absicht: Kündigungsschutz in Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten komplett abschaffen, für Hochverdiende aufheben. Das ist kein Reformvorschlag – das ist eine Kriegserklärung an Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ohnehin schon am Rande der Existenz kämpfen.
Während in der Villa Borsig über Reformen verhandelt wurde, während Union und SPD über Tankrabatte und Sparpakete stritten, schrieben CDU und CSU in einem internen Papier auf, was sie wirklich wollen: Den Kündigungsschutz aushebeln. Kleine Betriebe, Handwerkskammern, mittelständische Unternehmen – all diese Orte sollen zu Rechtsfreiräumen werden, in denen Arbeitgeber kündigen können, wie es ihnen gerade passt. Und wer trifft es? Nicht die Top-Manager in den gläsernen Türmen, sondern die Kellnerin, der Bauarbeiter, die Verkäuferin – diejenigen, die ohnehin schon für jeden Euro kämpfen.
Die Dynamik der Rechtslosigkeit
Das Kündigungsschutzgesetz greift heute erst ab zehn Beschäftigten im Betrieb. Die Union will diese Grenze auf 50 erhöhen – ein Sprung ins Ungewisse für Millionen Menschen. Wer im Handwerk arbeitet, wer in kleinen Kiosken, Bäckereien, Werkstätten tätig ist, der verliert mit einem Federstrich den Schutz vor willkürlicher Kündigung.
Die Begründung ist die übliche: „Wachstumsbremse Kündigungsschutz.“ „Betriebe scheuen Einstellungen aus Angst vor Kündigungen.“ „Transformation wird behindert.“ Mal ehrlich: Das klingt wie das Lied derer, die schon immer wollten, dass Arbeitnehmer wieder das „humane Kapital“ von gestern sind. Es ist dieselbe Rhetorik, die wir schon seit Jahrzehnten hören – die Rhetorik der Arbeitgeberverbände, der Wirtschaftsverbände, derjenigen, die nur an Profit denken, nicht an Menschen.
Die Arbeiterklasse im Visier
Wer in kleinen Betrieben arbeitet, verdient meist weniger. Wer weniger verdient, hat weniger Puffer. Wer weniger Puffer hat, ist abhängiger. Und wer abhängiger ist, kann sich weniger wehren. Das ist die Rechnung, die hinter diesem Plan steht: Diejenigen, die ohnehin schon schwächer sind, werden noch schwächer gemacht.
Das Kündigungsschutzgesetz ist nicht irgendein Gesetz – es ist eine Errungenschaft, für die Generationen von Arbeiterbewegungen gekämpft haben. Es ist ein Schutz, der verhindert, dass Menschen wie Waren behandelt werden. Es ist ein Signal: Arbeit ist mehr als ein Geschäft – Arbeit ist Leben, Existenz, Würde.
Die Union will dieses Signal (nicht den Messenger) löschen. Sie will wieder in eine Zeit zurück, in der Arbeitgeber nach Belieben kündigen konnten. Sie will den Arbeitsmarkt zum Wilden Westen machen – und die Preise zahlt die Arbeiterklasse.
Die Logik der Ausbeutung
Das Muster ist das selbe wie bei anderen Reformen, die das System immer wieder an den Schwächsten vorbeischiebt: Erst wird ein Problem erfunden – hier: „Kündigungsschutz hindert Wachstum.“ Dann werden Lösungen präsentiert – hier: Abschaffung in kleinen Betrieben. Dann werden die Folgen kleingerednet – hier: „Das schafft Arbeitsplätze.“ Dann wird das Gesetz verabschiedet – und die Verlierer wissen nicht, was sie trifft.
Währenddessen wird die Realität ausgeblendet: Kleine Betriebe beschäftigen Millionen Menschen. Diese Menschen haben oft weniger Lohn, weniger Aufstiegschancen, weniger Puffer. Wenn der Kündigungsschutz wegfällt, dann können diese Menschen jederzeit auf die Straße gesetzt werden. Ohne Begründung. Ohne Schutz. Ohne Würde.
Der historische Kontext: Als Arbeiter Dinge waren
Es gibt Bilder aus der Geschichte, die bleiben. Bilder von Arbeitern, die für das Kündigungsrecht demonstrierten. Bilder von Streiks, die für Arbeitnehmerrechte geführt wurden. Bilder von Menschen, die für das Recht auf Arbeit kämpften.
Die Kapitalisten nannten es „Wachstumshemmnis.“ Die Arbeiter nannten es „Überleben.“ Die Union heute nennt es „Reformnotwendigkeit.“ Der Unterschied? Die Kapitalisten von damals waren ehrlich. Sie sagten offen, dass Profit wichtiger ist als Menschen. Die Union heute lügt und nennt es „Wachstumsbremse,“ nennt es „Transformationshindernis,“ nennt es „Beschäftigungshemmnis.“
Die Unfähigkeit der Politiker
Während die Union über Kündigungsschutz nachdenkt, während SPD und CDU über Tankrabatte streiten, während die Regierung über Reformen debattiert, leiden Menschen. Sie leiden unter der Angst vor der Kündigung, unter der Unsicherheit, unter der Ungerechtigkeit.
Die Bundesregierung nennt das „Reformnotwendigkeit.“ Die Gewerkschaften nennen es „Angriff auf Arbeitnehmerrechte.“ Die Realität nennt es: Klassenherrschaft auf Deutsch.
Die Würde der Arbeitnehmer
Die Arbeit ist mehr als ein Geschäft. Die Arbeit ist mehr als ein Vertrag. Die Arbeit ist mehr als ein Einkommen. Die Arbeit ist Existenz, ist Leben, ist Würde. Und wer diese Würde angreift, greift den Menschen an.
Die Union will den Kündigungsschutz abschaffen. Sie will Menschen schutzlos machen. Sie will Arbeitnehmer zu Waren degradieren. Das ist keine Politik – das ist Krieg. Krieg gegen die Arbeiterklasse. Krieg gegen die Schwachen. Krieg gegen die Menschlichkeit.
Der Appell: Aufwachen, bevor es zu spät ist
Die Gewerkschaften müssen laut werden. Die Menschen müssen sich organisieren. Die Zivilgesellschaft muss aufwachen. Denn wenn der Kündigungsschutz fällt, dann fallen alle Schutzrechte. Dann fällt die Würde. Dann fällt der Mensch.
Das ist keine Warnung. Das ist Realität. Und Realität muss bekämpft werden – gegen die Union, gegen die Arbeitgeberlobby, gegen das System, das Menschen als Kostenfaktoren sieht.
Was bleibt, ist der Widerstand
Die Gewerkschaften mögen warnen. Die Medien mögen berichten. Die Politiker mögen debattieren – aber eines haben sie nicht: Die Moral. Die Menschlichkeit derer, die erkennen, dass Arbeitnehmerrechte keine Spielchen sind, sondern Errungenschaften. Die Kraft derer, die nicht mehr schweigen wollen.
Denn wer heute den Kündigungsschutz akzeptiert, der wird morgen einen niedrigeren Mindestlohn akzeptieren, übermorgen den Lohnfortzahlungsschutz, übermorgen das Ende der Arbeitnehmerrechte.
Die Arbeit ist keine Ware. Die Arbeitnehmer sind keine Dinge. Und Arbeitnehmerrechte müssen verteidigt werden – gegen die Union, gegen die Arbeitgeberlobby, gegen die Würdelosigkeit des Systems.
Die Arbeiterinnen und Arbeiter, die heute vom Kündigungsschutz abhängen, mögen ihre Angst haben, ihre Sorgen, ihre Wut. Aber eines haben die Politiker nicht: Die Moral. Die Menschlichkeit derer, die erkennen, dass Arbeit mehr ist als ein Geschäft – Arbeit ist Leben.
Das ist nicht nur Widerstand. Das ist Überlebenskampf. Und dieser Überlebenskampf muss gewonnen werden – gegen die Ignoranz der Mächtigen, gegen die Würdelosigkeit des Systems, gegen den Angriff auf die Arbeiterklasse.
Quellen
- Tagesschau: Union wollte offenbar Kündigungsschutz aufweichen (25. April 2026) – https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/union-kuendigungsschutz-reformverhandlungen-100.html
- Handelsblatt: Transformation: Wachstumsbremse Kündigungsschutz (23. April 2026) – https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/transformation-wachstumsbremse-kuendigungsschutz/100218783.html
- InFranken: Kündigung im Kleinstbetrieb: Was Beschäftigte wissen sollten – https://www.infranken.de/ratgeber/karriere-geld/kuendigung-im-kleinstbetrieb-was-beschaeftigte-wissen-sollten-art-5817032
- Instagram: Arbeitsrechte wie der Kündigungsschutz wurden von der linken Bewegung erkämpft (April 2026) – https://www.instagram.com/p/DXYttLUjSac/
- Handelsblatt: Familieunternehmen: Arbeitsrecht – Chefs mit Bindungsangst – https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/transformation-wachstumsbremse-kuendigungsschutz/100218783.html





